Jugendtreffen: Bei einer Versammlung in Weiterstadt stehen neue Ideen und Nachwuchssorgen im Mittelpunkt Wer die Jugendfeuerwehren im Landkreis Darmstadt-Dieburg unterstützen möchte, der sollte ab Juni mehr Brot essen. Um genau zu sein, das sogenannte Floriansbrot. Das ist das Ergebnis einer Kooperation des Deutschen Feuerwehrverbands mit einem Unternehmen für Backwaren. Aus dem Verkaufspreis eines Brotes geben die Bäcker mindestens 20 Cent an die Wehren ab. Eine innovative Idee und nur eine von vielen, die Kreisjugendfeuerwehrwart Manuel Feick beim Treffen der Kreisjugendfeuerwehr am Samstag im Bürgerhaus Schneppenhausen vorstellte.Die Unterstützung ist dringend notwendig, denn die Jugendfeuerwehren haben Nachwuchsmangel. 69 Jugendfeuerwehren gibt es im Kreis, weitere vier in Darmstadt. Am 31. Dezember 2010 waren 838 Jungen und 233 Mädchen aktiv. Diese Mitgliederzahlen sind die niedrigsten seit 1988. „Die rückläufigen Zahlen bedeuten nicht, dass es Jugendfeuerwehren gibt, die schlechte Arbeit leisten, sie bedeuten auch nicht, dass wir noch eine neue Kampagne brauchen oder größere Events. Das, was wir jetzt zu spüren bekommen, sind die ersten Auswirkungen der Demografie“, stellte Feick fest.
In der Tat, an mangelnder Jugendarbeit kann es im Kreis kaum liegen. Die Freiwilligen Feuerwehren hier versuchen seit 2004, durch die Kampagne „Zukunftsschmiede Jugendfeuerwehr“ junge Leute zu begeistern. Dazu zählen der Kreisjugendfeuerwehrtag, die Fire-Games , das Jugendforum, bei dem die jungen Mitglieder ihre Wünsche und Kritik äußern können, sowie die bemerkenswerten Seminarwochenenden. Dabei stehen viele spannende Themen wie etwa Erlebnispädagogik, Öffentlichkeitsarbeit, Filmschnitt und Umgang mit Alkohol und Drogen auf dem Programm. „Bei unseren Jugendfeuerwehren geht es maximal zu 50 Prozent um Technik“, berichtet Pressesprecher Johannes Hucke. „Wichtig ist uns die Vermittlung von gesellschaftlichen Grundkompetenzen.“ 2010 wurden dazu bei den Jugendfeuerwehren 65 000 Arbeitsstunden geleistet - ehrenamtlich. 2011 werden die bisherigen Aktivitäten durch einen neuen, bundesweit einzigartigen, „Abrollbehälter Mitgliedergewinnung“, die Gründung einer Jugendfeuerwehr in Messel und die bisher sechs Stellen zur Leistung des Freiwilligen Sozialen Jahres bei den Feuerwehren und dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungswesen unterstützt. Einstimmig abgesegnet wurde bei der Versammlung zudem der Finanzplan 2011, der als besonderen Posten die Summe von 5000 Euro enthält. Dieses Geld wird in die Renovierung des künftigen Jugendfeuerwehrzentrums Nieder-Ramstadt investiert. Das Gebäude wurde den Wehren vom Kreis überlassen und soll zu einem Ort werden, an dem die Jugendlichen arbeiten und gestalten können. Insgesamt weist der Finanzplan mit je 53 225 Euro Ausgaben und Einnahmen in gleicher Höhe aus. 6900 Euro werden aus der Rücklage entnommen. „Man stelle sich einmal die Frage, was wäre, wenn ein Mensch Hilfe benötigt, und diese zu spät kommt oder gar nicht“, appellierte Manuel Feick zum Ende. Jugendfeuerwehrmitglieder seien Menschen, die eins der wichtigsten menschlichen Güter vermittelten, nämlich Menschlichkeit. Und Zivilcourage.
Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) formulierte es so: „Ihr seid der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält!“ Fest steht, wenn die Mitgliederzahlen bei den Jugendfeuerwehren weiter sinken, könnte es in absehbarer Zeit nicht mehr unmöglich sein, dass es brennt und die Lösch-Kräfte zu spät kommen. Um diese Entwicklung zu verhindern und ihre Wertschätzung der Arbeit der Jugendfeuerwehren auszudrücken, überreichten bei der Versammlung Vertreter der SPD (Heike Hofmann), der CDU (Gottfried Milde) sowie der FDP (Christopher Schuldes) Spenden-Schecks.
Den vollständigen Text lesen Sie unter der Textquelle des Darmstädter Echos Eindrücke