Großbrand im landwirtschaftlichen Gehöft – so lautet am Samstagvormittag die Vorgabe bei der Bezirksübung der Jugendfeuerwehr Zeilhard. Zehn Löschgruppenfahrzeuge und sechs Mannschaftstransportwagen sind im Einsatz. Nahe dem Bürgerhaus Georgenhausen werden Blaulicht und Martinshorn angeschaltet – spektakulär fahren die Wagen um die Kurve zum Übungsobjekt am Sportplatz. Bezirksübungen sind wichtiger Bestandteil der Ausbildung junger Feuerwehrleute. 70 Jungs und Mädchen der Jugendfeuerwehren aus Reinheim und Stadtsteilen, aus Roßdorf und Gundernhausen, Groß-Bieberau, Groß- und Klein-Zimmern sowie dem Fischbachtal sind dabei. Die Zehn- bis Siebzehnjährigen sind ausgerüstet mit Helm, verstärktem Schuhwerk und Einsatzbekleidung. Konzentriert folgen sie den Anweisungen der Leiter. Bezirkssprecher Jan Buhmann von der Kreisjugendwehr Darmstadt-Dieburg und Lothar Haas, stellvertretender Wehrführer Zeilhard, beobachten aufmerksam das Vorgehen der Löschtrupps. Über Funk stehen die Einsatzleiter in Verbindung. Schnelles und zugleich gut koordiniertes Arbeiten sei nötig, heißt es. Was in der Jungfeuerwehr noch spielerischen Anklang hat, gehört zur Vorbereitung auf Einsätze im Ernstfall. Oft gilt es dann sogar, Leben zu retten. „Ohne Gemeinschaft und gutes Zusammenspiel geht gar nichts. Bezirksübungen gehören mindestens einmal jährlich dazu“, berichtet Heiko Ackermann, Wehrführer in Spachbrücken. 20 Meter lang sind die Schläuche aus Synthetikfaser, drei Bar beträgt der Wasserdruck. „Wasser marsch“, lautet das Kommando, zwei Jugendliche stellen jeweils den Angriffstrupp und richten das Rohr aus. „Das Wasser kommt über Verteiler aus den 1600-Liter-Tanks der Löschwagen“, erläutert Ackermann. Das leer stehende Gehöft wird von Straßen- und Hofseite „bewässert“. Dass die Jugendlichen dabei nicht trocken bleiben, stört angesichts sommerlicher Temperatur niemanden. Maria (14) gehört zur Jugendfeuerwehr im Fischbachtal: „Wir sind nur drei Mädchen, aber wir verstehen uns gut mit den Jungs. Ich kam durch eine Projektwoche in der Schule zur Feuerwehr.“ Veronika (11) aus Spachbrücken richtet den Wasserstrahl konzentriert aus. Sie erzählt, dass es im Sommer oft auch kleine Wasserübungen an der Gersprenz gebe. Gefragt, wie sie zur Wehr gekommen sei, sagt sie: „Mein Bruder war vor mir dabei – mir macht es auch Spaß.“ Ihr Jugendleiter Jonas Poth hört das gern. Nach Rücksprache mit den Kollegen über Funk ruft er schließlich: „Wasser halt!“ Flugs werden rundum die Verteiler zugedreht, ein letzter Strahl schießt aus dem Schlauch, den Maria hält, und Johannes (13) bekommt eine Dusche ab. Aber darüber können die Jungfeuerwehrleute nur lachen. Die Synthetikrohre werden schneckenförmig aufgerollt. „Wenn sie dreckig sind, kommen sie nach Reinheim in die Schlauchwaschanlage“, erklärt Maximilian (12) und verstaut das Fünfkilopaket fachgerecht im Löschfahrzeug. Jetzt klettern alle zurück in die Mannschaftswagen. „Lief gut“, lobt Ackermann. Jessica (11) aus dem Fischbachtal freut sich auf die Abschlussbesprechung im Feuerwehrhaus Zeilhard: „Dazu gibt’s heiße Würstchen – das ist das Beste an der Übung.“ Darmstädter Echo - lot 25.8.2009