Mit den Worten: Bei Ihnen muss eine ganze Menge Herzblut dabei sein, sonst würde es so etwas Gigantisches nicht geben, übergab Staatssekretär Rhein am 13. August 2009 die Urkunde Feuerwehr des Monats an die Kreisjugendfeuerwehr Darmstadt-Dieburg für die seit 2004 erfolgreiche Kampagne "Zukunftsschmiede Jugendfeuerwehr". Mit dem Kreisjugendfeuerwehrwart Feick freuten sich unter anderem Landrat Jakoubek und der parlamentarische Staatssekretär Andreas Storm (MdB) über diese Auszeichnung. Um die Zukunft der Jugendfeuerwehren zu sichern und das große Potential an Nachwuchskräften für die Einsatzabteilungen der Feuerwehren weiterhin nutzen zu können, musste den rückläufigen Mitgliederzahlen in den Jugendfeuerwehren entgegen gewirkt werden. Hierzu hat sich die Kreisjugendfeuerwehr etwas Besonderes einfallen lassen. Das Ergebnis : Unter dem Motto „Zukunftsschmiede Jugendfeuerwehr“ wurde im Jahr 2004 im Landkreis Darmstadt-Dieburg eine Kampagne ins Leben gerufen, mit der, unterstützt durch Motivsticker, Flyer und ein Plakat, neue Mitglieder gewonnen werden sollen. Diese Kampagne hat mittlerweile in ganz Deutschland Anerkennung gefunden. Hinzu kam eine 15-minütige Multimedia-Präsentation, die auf die Gefahren rückläufiger Mitgliederzahlen hinwies und für das Thema "Jugendfeuerwehr" sensibilisieren sollte. Um einmal mehr die Stärke und Motivation der Jugendfeuerwehren zu verdeutlichen, wurde im Jahr 2005 das Logo der Kreisjugendfeuerwehr mit mehr als 700 Jugendlichen und deren Betreuern nachgebildet. Dieses Megabild ist nun auf jedem Faltblatt des zweiten Teils der Kampagne zu sehen, die unter dem Motto "Idealismus kennt keine Grenzen" steht. Der dritte Teil der Kampagne wurde 2008 gestartet und diente diesmal nicht ausschließlich der Gewinnung von neuen Mitgliedern, sondern der Unterstützung der Jugendlichen, die sich bereits aktiv in den Feuerwehren engagieren und auf der Suche nach einer Lehrstelle oder Arbeit sind. Ermöglicht wurde dies durch eine bis dahin deutschlandweit einmalige Kooperation mit Monster Worldwide. Die Jugendlichen können nun direkt von der Homepage der Kreisjugendfeuerwehr auf die aktuellen Stellenangebote zugreifen. Erste Erfolge haben sich schon eingestellt, denn die Zahl der Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren war in 2008 nicht mehr rückläufig und wies, entgegen dem Bundes- und Landestrend, sogar einen leichten Anstieg auf. So ist es wenig verwunderlich, dass man sich hier nicht ausruht, sondern bereits ein vierter Teil in der Planung ist. Dieser beschäftigt sich unter anderem mit der Mädchenarbeit und neuen Möglichkeiten zur Stärkung des Ehrenamtes. Nach den bisherigen Aktionen darf man gespannt sein! In der Kreisjugendfeuerwehr sind in 69 Jugendfeuerwehren 1134 Jugendliche aktiv. Um einen schnellen Informationsaustausch und ein besseres und effektiveres Arbeiten zu gewährleisen, wurde der Landkreis Darmstadt-Dieburg in sechs Bezirke eingeteilt. Die dort zuständigen Bezirkssprecher kümmern sich um die Belange der Jugendfeuerwehren und sind deren Ansprechpartner vor Ort. Im Jahr 1977 nahm die Kreisjugendfeuerwehr ihre Arbeit auf. Seither gab es eine große Zahl an Aktivitäten für und mit den Jugendlichen. So wurden neben Kreis- und Landesjugendfeuerwehrwettkämpfen auch Kreisjugendfeuerwehrtage organisiert. Besonderes hervorzuheben sind die Megazeltlager der südhessischen Jugendfeuerwehren, die in den Jahren 2000 und 2007 durchgeführt wurden. Die Teilnehmerzahl stieg von erstmals 3.100 auf fast 4.000 Jugendliche. Die große Anzahl der Jugendlichen demonstriert, die Schlagkraft und Aktivität der Jugendfeuerwehren. So wurde in 2007 auch ein Rekordversuch gestartet, bei dem mit Wasser aus 1.000 Strahlrohren eine Wasserwand aufgebaut werden sollte; der Versuch gelang und man konnte den Rekord von vormals 712 Strahlrohren brechen (siehe Bericht Florian Hessen 10/2007). Viel Unterstützung bekam die Kreisjugendfeuerwehr von dem im Herbst aus dem Amt ausscheidenden Landrat Jakoubek, So konnte z.B. auf sein Wirken hin im Jahre 2007 ein neues MTF für die Jugendfeuerwehr in Dienst gestellt werden, aber auch das Pilotprojekt "Freiwilliges Soziales Jahr" im Landkreis wurde von ihm unterstützt. Dieses bundesweit einmalige Pilotprojekt "Freiwilliges Soziales Jahr bei der Feuerwehr", wurde auf Initiative der Kreisjugendfeuerwehr Darmstadt-Dieburg und unter Mitwirkung des Bundes der Katholischen Jugend, des Landesfeuerwehrverbandes, des Sozialministeriums und des Innenministeriums im Jahre 2008 ins Leben gerufen. Die Jugendfeuerwehren profitieren von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der FSJler, so zum Beispiel in der Brandschutzerziehung, der Planung von Freizeiten oder Ausflügen, aber auch von der Unterstützung der Jugendarbeit vor Ort. Die fünf FSJler, darunter eine Frau, waren bei den Feuerwehren Dieburg, Griesheim, Pfungstadt, Seeheim-Jugenheim und Weiterstadt eingesetzt. Nach einer erfolgreichen ersten Pilotphase, stehen für September 2009 bereits neue FSJler in den Startlöchern, um ihre Erfahrungen in den Feuerwehren Pfungstadt, Seeheim-Jugenheim, Griesheim, Groß-Umstadt und Groß-Bieberau zu machen. Quelle: http://www.hmdi.hessen.de/