Ein Einblick in das Zeltdorf in Erzhausen .... „Es wird nicht rumgestammelt, wenn jemand wirklich etwas nicht weiß, dann gibt er an den nächsten ab.“ Susanne Meixner gibt klare Anweisungen. Die stellvertretende Sprecherin der Jugendfeuerwehr Erzhausen führte ihre Gruppe am Wochenenden durch die Leistungsspangen-Prüfung. Acht Mannschaften aus dem Landkreis hatten sich zur Prüfung beim Jugendfeuerwehrtag gemeldet. „Das ist das Einmaleins der Feuerwehr“, erklärt Ralf Bachhuber, stellvertretender Gemeindebrandinspektor in Erzhausen, der die Gruppe gemeinsam mit Jugendfeuerwehrwart Andreas Heizenreder auf die Prüfung vorbereitet hat. Die Jugendlichen müssen Kugelstoßen, einen Staffellauf absolvieren, einen Löschangriff zeigen, einen Schlauch auswerfen und eine Theorieprüfung bestehen. Zwei Mal in der Woche haben die Erzhäuser ein Jahr lang für diesen Tag trainiert. „Es lief gut, das größte Problem war der Staffellauf“, erzählt der 15 Jahre alte Timo Möckel. Trotz Zeltlager sind die jungen Leute am Vorabend um 21 Uhr in ihr Zelt gekrochen, um heute ausgeruht zu sein. Dann geht es in kompletter Schutzkleidung im Marschschritt in den Prüfungsraum. „Ich werde vorher fragen, ob wir Marscherleichterung vornehmen dürfen, dann werden die Jacken aber ordentlich an den Stuhl gehängt“, hat Susanne Meixner vorher noch erklärt. Denn auch auf das Auftreten der Gruppe kommt es an. „Die haben richtig geübt, wie sie ihre Sachen hinlegen, wenn sie sich für den Sportteil umziehen. Mancher hat gesagt, das ist ordentlicher als zu Hause“, sagt Bachhhuber und schmunzelt. Vom Platz hört man die Anweisung „Schlauchleitungen hoch“ – nun sind die Bickenbacher dran einen Löschangriff zu demonstrieren. Wesentlich gemütlicher geht es derweil rund um die Heegberghalle zu. Auf dem großen Platz wird noch für das Fußball- und Volleyballturnier am Nachmittag trainiert. Eine Trinkpause machen Sebastian (10) und Jessica (11) aus Fischbachtal. Die Nacht war kurz und der Tag verspricht lang zu werden, denn „wir wollen heute noch ins Schwimmbad und bei den Turnieren mitmachen“. Die Hauptstraße der Zeltstadt heißt Landrat-Jakoubek-Allee. Hier wird Fußball und Karten gespielt, geredet und dort, wo die Größeren untergebracht sind, dröhnt Musik. In den Zelten hängen ordentlich die Uniformen. Die Jugendfeuerwehren aus Seeheim-Jugendheim sind mit 60 Jugendlichen angereist und haben sogar ihren eigenen Küchenwagen dabei. Betreuerin Elena Heß und der stellvertretende Gemeindejugendfeuerwehrwart Michael Heß bereiten das Mittagessen vor – es gibt Currywurst mit Bratkartoffeln. „Heute Abend machen wir Spaghetti Bolognese“, kündigt Heß an. „Wir kochen schon seit 15 Jahren bei solchen Veranstaltungen selbst, wir haben ein paar gute Esser dabei.“ Luzian aus Jugenheim rührt Eistee für sich und seine Kameraden. Es ist sein zweiter Kreisjugendfeuerwehrtag. „Ich finde das toll, dass es nur Zelte und kein Gebäude gibt.“ Eine Gruppe nebenan macht sich auf den Weg zum Sportplatz. Mal sehen, wie sich die Kameraden schlagen. mit freundlicher Genehmigung des Darmstädter Echo Ariane Steinmetz
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