Für ein in Hessen einzigartiges Projekt fiel am Mittwoch, den 3. September in Pfungstadt der offizielle Startschuss: Fünf junge Menschen beginnen ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei der Freiwilligen Feuerwehr. Bericht über ein zukunftsweisendes Projekt.
Für ein in Hessen einzigartiges Projekt fiel am Mittwoch, den 3. September in Pfungstadt der offizielle Startschuss: Fünf junge Menschen beginnen ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei der Freiwilligen Feuerwehr. Bericht über ein zukunftsweisendes Projekt. Darmstadt-Dieburg. Rückläufige Mitgliederzahlen waren der Grund, warum die Kreisjugendfeuerwehr Darmstadt-Dieburg im Jahre 2004 die inzwischen prämierte und bundesweite beachtete Kampagne „Zukunftsschmiede Jugendfeuerwehr“ startete. Diese Offensive im Bereich der Mitgliedergewinnung für die Zukunft des ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschutzes geht nun nach einer Neuauflage im Jahr 2006 in die dritte Runde. Nach mehreren erfolgreichen Verhandlungen und Gesprächen ist es gelungen den Landkreis Darmstadt-Dieburg als Pilotprojekt für ein Freiwilliges soziales Jahr bei der Feuerwehr einzusetzen. Kooperationspartner ist das Hessische Innen- und das Hessische Sozialministerium, die die Maßnahme mit 50.000 Euro finanzieren. Somit können nun junge Menschen den Weg zur Feuerwehr finden und haben die Möglichkeit dieses Jahr als Praktikum für ein Hochschulstudium anerkennen zu lassen und gleichermaßen gilt es als Ersatz für den Wehrdienst. Für die Feuerwehren hat dieses Pilotprojekt gleichermaßen Vorteile von enormer Bedeutung. Zum einen verspricht man sich auf diesem Wege eine Personalgewinnung, da man durch dieses Jahr Menschen langfristig an die Feuerwehr binden möchte, zum anderen besteht durch die Auswahl der entsprechenden Bewerber die Möglichkeit, ortsbezogene Schwerpunkte zu setzen. Führungskräfte können somit auch im Bereich der Verwaltungsaufgaben entlastet werden und sich intensiver dem eigentlichen „Feuerwehrgeschäft“ widmen, denn das Arbeitsspektrum ist größtenteils relativ frei wählbar. So können Schwerpunkte im Bereich der Neuen Medien gesetzt werden, oder im Bereich der Verwaltungsarbeit, bei techn. Aspekten wie zum Beispiel Fahrzeugtechnik oder Elektronik, ebenso bei der Brandschutzerziehung und natürlich bildet ein Schwerpunkt die Jugendarbeit und die Öffentlichkeitsarbeit. Es ist also möglich sich individuell in das „Erlebnis Feuerwehr“ einzubringen. Festgeschrieben im Tagesablauf sind jedoch die Punkte „Arbeiten mit dem „Gerätewart“ und „Jugendfeuerwehr“. Zum einen soll hier eine Heranführung an die Feuerwehr und die Technik gewährleistet werden und zum anderen soll im Bereich der Jugendfeuerwehr die Möglichkeit zur Vorbereitung von Unterrichten und Ausbildungsveranstaltungen oder anderer Tätigkeiten gewährleistet werden. Die Bewerber müssen die Bereitschaft zum Ablegen des Grundlehrgangs gewährleisten. Während des FSJ sind 25 Bildungstage beim Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) in Mainz festgeschrieben, der dankenswerterweise als anerkannter Träger im Projekt auftritt und den Bewerbungsprozess durchführt. Das Land Hessen finanziert dieses Projekt mit seinen fünf Stellen mit einer Gesamtsumme von 50.000 Euro. Die Teilnehmer erhalten ein Taschen- und das Verpflegungsgeld sowie alle sozialversiechungspflichtige Leistungen. Bei den Stellen handelt es sich um Vollzeitstellen. Die Feuerwehren Dieburg, Pfungstadt, Weiterstadt, Griesheim und Seeheim-Jugenheim wurden als Testkommune ausgewählt, die auch die Betreuung gewährleisten und über deren Kommunal-verwaltung die buchhalterischen Aspekte abgewickelt werden. Die fachliche Aufsicht übernimmt der Kreisbrandinspektor und der Kreisjugendfeuerwehrwart, die das Projekt, gemeinsam mit dem Hess. Innen- und dem Sozialministerium, in gerademal 15 Monaten auf den Weg gebracht haben. Hier finden auch in regelmäßigen Abständen Arbeitsgespräche statt, um das Projekt entsprechend fachlich zu begleiten. Eine wissenschaftliche Begleitung wurde kurzfristig ebenfalls noch auf den Weg gebracht. Bei der Eröffnungsveranstaltung am 03. September 2008 waren die beiden Staatsminister Volker Bouffier und Silke Lautenschläger, ebenso wie Landrat Jakoubek und ranghohe Vertreter aus den Ministerin und der Feuerwehren anwesend. Viel Lob erntete dabei die Kreisjugendfeuerwehr Darmstadt-Dieburg mit Ihrem Kreisjugendfeuerwehrwart Manuel Feick, der die Idee zu diesem innovativen Projekt hatte und es auf den Weg brachte. Alle Politiker waren sich einig, dass dieses Projekt eine große Chance für die Zukunftsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren darstellt und Beachtung und Unterstützung verdient.