„Blitzeinschlag in Landrat-Gruber- und Heinrich-Delp-Schule“ – so lautete die Situationsvorgabe für eine Großübung der Jugendwehren am Samstagvormittag. „Die Schule brennt – ein heimlicher Traum aller Kinder“, scherzte Bezirkssprecher Maurice Sports, der mit der Jugenheimer Wehr vor Ort war. DIEBURG. „Blitzeinschlag in Landrat-Gruber- und Heinrich-Delp-Schule“ – so lautete die Situationsvorgabe für eine Großübung der Jugendwehren am Samstagvormittag. „Die Schule brennt – ein heimlicher Traum aller Kinder“, scherzte Bezirkssprecher Maurice Sports, der mit der Jugenheimer Wehr vor Ort war. Zum Training waren 20 Löschfahrzeuge und 17 Jugendfeuerwehren des Kreises gekommen. Die Zehn- bis Siebzehnjährigen freuten sich, dass statt gewohnter Trockenübung tatsächlich Wasser aus den 15 bis 25 Meter langen Schläuchen kam. Ausrichter der Veranstaltung war die Jugendfeuerwehr Dieburg mit Jugendwart Christoph Mielke. „Die Großübung soll zugleich Sahnehäubchen für die Feuerwehrjugend zum dreißigjährigen Bestehen im Vorjahr sein“, gab Kreisjugendfeuerwehrwart Manuel Feick Auskunft. „In der Größenordnung ist so etwas noch nie da gewesen – das sieht man auch an den vielen Zuschauern.“ Gegen 10.30 Uhr gab ein Funker Anweisung zur Abfahrt der Löschfahrzeuge. Auch Dieburgs Bürgermeister Werner Thomas beobachtete das Einfahren im abgesperrten Bereich um die Schulen. Mit Blaulicht und Martinshorn rollten sie vom Burgweg heran. „Das war unseren Kindern ganz wichtig, denn Signalton gibt’s ja sonst nur im Ernstfall“, erzählte augenzwinkernd Betreuerin Elena Keß aus Jugenheim. Die Wehr von der Bergstraße war mit 16 jungen Leuten und sechs Löschfahrzeugen angerückt. „Alle Teilnehmer sind in voller Montur. Helm, Reflektoren, Schutzkappen in den Stiefeln und Handschuhe gehören zur Ausrüstung“, erklärte Keß. Inzwischen rollten die Jugendlichen eifrig die Schläuche aus, die über Fahrzeuge oder aus Hydranten mit Wasser gespeist wurden. Zu zweit richteten die jungen Feuerwehrleute jeweils einen Schlauch auf den angenommenen Brandherd. „Es ist nicht einfach, den Schlauch zu dirigieren, der Wasserdruck beträgt immerhin fünf Bar“, kommentierte Keß. Das Wasser schoss als Sprühstrahl oder kräftiger Vollstrahl aus den Schläuchen. Rund um die Schulen bildeten sich ansehnliche Pfützen, das Wasser floss an Wänden und Fenstern hinab. Stadtbrandinspektor Willi Enders, Maurice Sports und viele professionelle Helfer hatten alles im Blick. „Etwa 180 junge Leute sind im Einsatz, die meisten kommen aus zwei unserer sechs Bezirke im Landkreis. Dieburg, Münster, Altheim, Babenhausen und Eppertshausen sowie Schaafheim sind dabei – die anderen kommen aus Darmstadt Süd und von der Bergstraße“, erläuterte Enders. Sports meinte: „Natürlich ist der Adrenalinspiegel im Ernstfall viel höher – aber das Grundkonzept steht, und die Jugendlichen lernen, wie wichtig es ist, dass bei einem Großeinsatz jeder an seinem Platz ist.“ Dass normalerweise zunächst der Brandherd ausgelotet wird und, falls nötig, Personen geborgen werden, war am Samstag nur als theoretisches Wissen im Hinterkopf präsent. Die jungen Feuerwehrleute waren mit dem Löschen vollauf beschäftigt. An der Westseite der Delp-Schule wurde das Wasser aus der Gersprenz entnommen. Hier war die Jugendfeuerwehr aus Semd zugange. Gruppenleiterin Nicole war mit fünf eifrigen Aktivisten und zwei Löschwagen gekommen, um ihren Schützlingen Einblick in eine Großübung zu geben. Gegen 13 Uhr ging der Einsatz zu Ende. Tamara (11) rollte einen 15 Meter langen Schlauch geschickt wieder auf. Mit Schwung wickelte sie die sechs Kilo schwere Gummiröhre schneckenförmig zusammen. Zur Nachbesprechung traf man sich im Feuerwehrhaus. Dort stand auch ein Imbiss bereit, denn ein Großeinsatz macht hungrig. „Das Beste war die Fahrt mit Martinshorn“, meinte Moritz (12) aus Jugenheim. „Die Übung war o.k., aber beim Löschen hätte der Wasserdruck höher sein können“, fügte Tillmann (11) hinzu. lot Mit freundlicher Unterstützung des Darmstädter Echo Ausgabe vom 16.06.2008