Ungeduldig stehen knapp 150 aufgeregte Kinder und Jugendliche in ihren blauen Feuerwehranzügen und –helmen auf dem Sportplatz in Reinheim. Sie warten darauf, dass Kreisjugendfeuerwehrwart Manuel Feick endlich den Startschuss für den diesjährigen Südhessenpokal der Jugendfeuerwehren gibt. REINHEIM. Ungeduldig stehen knapp 150 aufgeregte Kinder und Jugendliche in ihren blauen Feuerwehranzügen und –helmen auf dem Sportplatz in Reinheim. Sie warten darauf, dass Kreisjugendfeuerwehrwart Manuel Feick endlich den Startschuss für den diesjährigen Südhessenpokal der Jugendfeuerwehren gibt. Wer es bis hier hin geschafft hat, hat schon Großes geleistet und kann mit Stolz seine Uniform tragen, egal, wer heute als Sieger den Platz verlässt oder einen der hinteren Plätze belegt. Dies sieht auch Pressesprecher Immanuel Czwalina so: „Die 16 Mannschaften, die hier antreten, mussten bereits in den Kreisausscheidungen der Region Starkenburg (umfasst die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Bergstraße, Groß-Gerau und Odenwald) ihr Können unter Beweis stellen.“ Der Südhessenpokal, eine „bunte Mischung aus Sport und Feuerwehrtechnik“, ist demnach „die Krönung“ für die jungen Teilnehmer. Der Wettbewerb ist schnell erklärt: In den Disziplinen 400-Meter-Hindernis-Staffellauf und Vorführung eines Löschangriffs nach Dienstvorschrift werden die Zehn- bis Siebzehnjährigen nicht nur auf Schnelligkeit und vorschriftsmäßige Ausführung geprüft, sondern ebenfalls auf Teamgeist, Auftreten und Disziplin. „Teamgeist ist das A und O bei der Feuerwehr“, betont Czwalina. „Alle müssen zusammenarbeiten, und alle werden gleich behandelt.“ Janina (10) und Elisabeth (12) können ihm da nur zustimmen. Sie sind zwei der wenigen Mädchen der gemischten Mannschaft aus Wald-Erlenbach (Kreis Bergstraße). „Bei uns gibt es keine Konkurrenz“, sagen beide stolz. „Wir sind genauso gut wie die Jungs.“ Jeder muss mit anpacken und keiner wird bevorzugt, auch nicht die Mädels, „aber das wollen wir auch gar nicht“. Die beiden Schülerinnen mögen vor allem die vielen Ausflüge und Zeltlager, die die Jugendfeuerwehr regelmäßig veranstaltet. Obwohl beide noch jede Menge andere Hobbys haben, können sie sich ein Leben ohne die Feuerwehr gar nicht mehr vorstellen und wollen auch als Erwachsene noch weiter machen. Bei allem Spaß haben Janina und Elisabeth aber auch hohe Ziele und Erwartungen an sich selbst und ihre Mannschaft. „Es wäre echt toll wenn wir es unter die ersten Drei schaffen“, hoffen sie. „Beim Staffellauf haben wir die besten Chancen.“ Dass auch Mädchen sich mittlerweile gerne bei den Jugendfeuerwehren engagieren, gibt Immanuel Czwalina Hoffnung für die Zukunft. „Wegen des Mitgliederrückgangs sind wir für jede weibliche Unterstützung dankbar“, sagt der Pressesprecher. „Mädchenarbeit wird bei uns ganz groß geschrieben. Die Feuerwehr ist schon lange keine reine Männerdomäne mehr.“ Die Tatsache, dass in diesem Jahr drei reine Mädchenmannschaften am Pokal teilnehmen, bestätigt den Erfolg der Mädchenarbeit der lokalen Jugendfeuerwehren, die beispielsweise spezielle Seminare extra für den weiblichen Nachwuchs anbieten. Nach einem anstrengenden Wettbewerbstag übernimmt Landrat Alfred Jakoubek die Siegerehrung. Die Sieger der Jungen und gemischten Mannschaften, Raunheim gefolgt von Nieder-Kainsbach und Hessenaue auf den Plätzen zwei und drei, und der Mädchenmannschaften, Ober-Hainbrunn (vor Breuberg/Hainstadt und Beerfelden) können mit stolz geschwellter Brust nach Hause fahren. Die Mannschaften aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg landen im Mittelfeld (Fischbachtal siebter Platz, Klein-Umstadt elfter Platz und Babenhausen Platz 13). Für Janinas und Elisabeths Mannschaft hat es dieses Jahr leider nicht für einen Platz auf dem Treppchen gereicht, aber dafür ist der Ehrgeiz fürs nächste Jahr umso größer. Mit freundlicher Unterstützung des Darmstädter Echo Ausgabe vom 25.09.2006